Bis heute gelingt es Marokko immer wieder die "Mission der Vereinten Nationen für ein Referendum über die Westsahara" zu blockieren. Ende April läuft das aktuelle UN-Mandat wieder einmal aus. Im April hat Deutschland den Vorsitz im Weltsicherheitsrat. Bitte wenden Sie sich an den deutschen Außenminister und setzen Sie sich für das Selbstbestimmungsrecht des sahrauischen Volkes und eine nachhaltige Entwicklung für den Maghreb ein.
Anlässlich der Informationsveranstaltung: WESTSAHARA - die letzte afrikanische Kolonie in Berlin-Hellersdorf ((siehe Rezension), haben die Gesellschaft der Freunde des sahrauischen Volkes (GFSV) e.V. und die Kritische Ökologie/Institut für angewandte Kulturforschung (ifak) e.V. eine Briefaktion an den deutschen Aussenminister Fischer vorgestellt.
Herr
Außenminister
Joseph Fischer
Werderscher Markt 1
11013 Berlin
fax: 018 88 &endash; 17 34 02
Absender......Datum.....
Betr.: Frieden und nachhaltige Entwicklung für die Westsahara
Sehr geehrter Herr Außenminister:
seit nunmehr 13 Jahren blockiert das Königreich Marokko einen dauerhaften Frieden und eine nachhaltige Entwicklung im Maghreb, indem es den Sahrauis, den Menschen der Westsahara, das Selbstbestimmungsrecht nach wie vor verweigert. Obwohl das Königreich Marokko mehrfach dem Friedensplan der Vereinten Nationen, der gemäß des Völkerrechts ein freies und faires Referendum der sahrauischen Bevölkerung über dessen politische, wirtschaftliche und kulturelle Zukunft vorsieht, zugestimmt hatte, konnte Marokko die Dekolonisierung der Westsahara durch die Vereinten Nationen bisher erfolgreich verhindern. Schon von Anfang an hatte Marokko immer wieder erklärt, dass es im Ergebnis nur die Einverleibung der Westsahara-Kolonie ins eigene Staatsgebiet akzeptieren würde. Selbst dem Bakerplan II verweigert das Königreich seine Zustimmung, obwohl der marokkanischen Bevölkerung, die mittlerweile durch Zwangsbesiedelung eine Mehrheit gegenüber der sahrauischen Bevölkerung in der Westsahara-Kolonie bildet, die Teilnahme an einem Referendum zugestanden wird.
Ende April wird der Weltsicherheitsrat erneut über die Westsahara beraten müssen. Im April liegt die Rats-Präsidentschaft bei der Bundesrepublik Deutschland. Die Bundesregierung sollte ihre Position zu einer Sicherheitsrats-Initiative nutzen. Unter deutscher Ratspräsidentschaft sollte der UN-Friedensprozess reflektiert und die Verantwortung für sein Scheitern benannt werden. M.E. liefe dies auf eine Verurteilung Marokkos hinaus. Auf gar keinen Fall sollten weitere Zugeständnisse an Marokko (z.B. weitere Fristverlängerungen") erfolgen, um zu verhindern, dass Marokko den Maghreb weiterhin destabilisiert und die Autorität der Vereinten Nationen untergräbt.
Die deutsche Präsidentschaft sollte auf die anderen Ratsmitglieder, vor allem Frankreich, einwirken, eine konstruktive Rolle im Friedensprozess einzunehmen. Dabei sollte der Sicherheitsrat die Frage aufwerfen und nach Antworten suchen, warum wohl der harte Kern islamistischer Massenmörder gerade aus den beiden arabischen Diktaturen hervorgeht, die am meisten vom Westen begünstigt werden, nämlich aus dem Königreich Marokko und Saudi-Arabien.
Ich würde mich freuen, von Ihnen Herr Außenminister, zu erfahren, wie die Bundesregierung ihre Ratspräsidentschaft im April für einen dauerhaften Frieden und eine nachhaltige Entwicklung im Maghreb zu nutzen gedenkt.
Mit freundlichen GrüßenUnterschrift.....
Brief zum herunterladen als RTF Datei oder Word Datei Kann auch auf der Seite der Bundesregierung eingegeben werden: http://www.bundesregierung.de/de/-,413/kontaktservice.lyt oder per e-mail versandt werden : InternetPost@bundesregierung.de
Die Mailing Liste "Stärke des Rechts" vermittelt Informationen zum aktuellen Geschehen um das Selbsbestimmungs-Referendum, im speziellen die wichtigen Entscheidungen der nächsten Monate im Weltsicherheitsrat, wo Deutschland seit 1. Januar Einsitz hat und sich einsetzten soll damit "die Stärke des Rechts" und nicht "das Recht des Stärkeren" zum generellen Prinzip wird. Interessenten melden sich bei: redaktion@kritische-oekologie.de